cine k in der Kulturetage, Bahnhofstraße 11

Mittwoch und Donnerstag, 26. und 27.01.2005 um 20.30 Uhr
Freitag, 28.01.2005 um 19.00 und 21.15 Uhr


cineRosa feiert RollenWechsels 13. Geburtstag mit einem intensiven und explosiven Portrait aus Brasilien:

Madame Sată

Regie: Karim Aďnouz
Brasilien 2002, 105 min
portugiesisch m.dt.Untertiteln


UMSCHWÄRMTER SÄNGER.
HINGEBUNGSVOLLER VATER.
ZÜGELLOSER VERBRECHER.
LEIDENSCHAFTLICHER LIEBHABER.
ER WAR EINE LEGENDE:


MADAME SATĂ


Regisseur Karim Aďnouz schuf das bewegende Portrait einer explosiven und komplexen Persönlichkeit. Mit eindrucksvollen Bildern gibt der Film einen intimen Einblick in das Leben des Joao Francisco dos Santos, der in den 1940er-Jahren in Brasilien als "Madame Sată" gefeiert wird und schon zu Lebzeiten ein Mythos war.
Arm, schwarz und bisexuell - aus dieser Konstellation heraus strebt er nach Freiheit - und verbringt doch 27 Jahre seines Lebens zum Teil unschuldig im Gefängnis.

Cannes Filmfestival 2002 - Un Certain Regard


Ausführliche Filmbeschreibung:

Madame Sată erzählt mit einem erstaunlichen Sinn für Rhythmus die Lebensgeschichte eines legendären Transvestiten und Kabaretttänzers im Rio der 1930er-Jahre. Der 1900 als eines von zwölf Kindern einer Ex-Sklavin geborene Fransisco dos Santos wurde mit sieben Jahren von der Mutter verkauft und schlug sich bereits als Zwölfjähriger allein auf der Straße durch. Aďnouz entwirft das schwelgerische, heißblütige Porträt eines Outcasts: schwarz, homosexuell und kriminell.
Der echte Francisco war ein kleiner, muskulöser Mann und Meister des Capöira, einer Art Martial Arts, der von Sklaven aus Afrika importiert wurde. Nachdem er in den frühen 1930er-Jahren auf Kabarettbühnen debütierte, avancierte er zeitweise zu einem Nightclub-Star. Bevor er 1976 starb, verbrachte er wegen Diebstahl und Mord 27 Jahre im Gefängnis.

Diese ungewöhnliche Lebensgeschichte erzählt der Film rückblickend als eine Serie von Impressionen aus der exzessiven Innenwelt der Hauptfigur. Nach einer durchzechten Nacht bleibt Francisco vor dem Spiegel stehen und betrachtet sich. Er schwingt seine Hüften, beginnt zu singen und verwandelt sich in Madame Sată, seine Antwort auf sein Idol Josephine Baker. Nur ein kurzer Moment der Selbstvergessenheit, der die Geschichte einer Selbstbehauptung ankündigt. So schräg wie seine Performances ist auch Franciscos Familie: eine junge, selbstbewusste Prostituierte samt kleiner Tochter und ein Transsexueller, der dem Paar hingebungsvoll dient. Zu Hause nimmt Francisco die Haltung eines machohaften Sklaventreibers an, und auch gegenüber seinen Liebhabern zeigt er sich in Sachen Sex nicht gerade zimperlich.

Überwiegend mit Handkamera gedreht, überzeugt der Film durch die anschmiegsame Nähe zu seiner Hauptfigur und den aufmerksamen Blick auf deren Zerrissenheit. Der grandiose Theaterschauspieler Lazaro Ramos stattet seine ambivalente Figur mit einer gehörigen Dosis Verzweiflung aus, stets an der Grenze zwischen Zärtlichkeit und cholerischer Rebellion. Der Film taugt - trotz seiner expliziten Sexszenen - nicht als reiner Nischenfilm für das schwule Publikum. Fransisco ist nicht nur durch seine Sexualität marginalisiert, sondern vor allem durch seine Hautfarbe und Armut, aus denen es höchstens das Entkommen in eine Fantasiewelt gibt. Nicht zuletzt ist Madame Sată eine Aschenputtel-Geschichte mit umgekehrten Vorzeichen, eine Hommage an die Lust zu leben und zu lieben.
(Alexandra Wach / film-dienst)



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pro-fun Filmverleih, Tel. 030-85078638,
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