Cine k in der Kulturetage, Bahnhofstraße 11

Mittwoch bis Samstag, 26. bis 29. April 2006 um 20.30 Uhr        
Kartenreservierungen


RollenWechsel präsentiert im April das Debüt einer jungen Regisseurin:

Nachbarinnen

Regie: Franziska Meletzky
Deutschland 2004, 88 min



Wer liebt, riskiert zu leiden - wer nicht liebt, leidet schon.

Die Paketfahrerin Dora fährt tagaus tagein durch das Viertel ihrer Vorstadt. Die Leute kennen sie und warten auf ihre Pakete. Aber auf Dora wartet nach Dienstschluß niemand. Seit sie vor einiger Zeit von ihrem Mann verlassen wurde, lebt sie allein und hat sich von der Hausgemeinschaft des Plattenbaublocks zurückgezogen. Der Einzige, mit dem sie sich neben ihrer zielstrebigen, jüngeren Schwester austauscht, ist ihr langjähriger Nachbar Conny.

Unten im Haus ist eine kleine Kneipe, das "Bernds". Im "Bernds" arbeitet seit kurzem die Polin Jola, eine nicht mehr ganz junge, faszinierend geheimnisvolle Frau, die in der einfachen Kneipe merkwürdig deplaziert wirkt. Eines Nachts steht Jola verletzt und in einem offenkundigen Zustand von Panik vor Doras Wohnungstür und verschafft sich Einlaß. Jola erzählt Dora, daß sie ihren Chef Bernd, auf die Anschuldigung hin, sie hätte sein Geld gestohlen, mit dessen eigener Waffe in Notwehr erschossen hat. Jola bittet Dora flehentlich darum, sich eine Nacht bei ihr verstecken zu dürfen. Dora bleibt angesichts der Fußverletzung Jolas und ihrer vehementen Weigerung sich der Polizei zu stellen, nichts anderes übrig. Nur widerwillig läßt sich Dora auf die Rolle der Gastgeberin ein, zumal sie durch die Notsituation gezwungen wird, ihr Eheschlafzimmer wieder zu beziehen, das sie seit dem Weggang ihres Mannes nicht mehr benutzt.

Doch in Jola findet Dora unerwartet eine Freundin, die Fragen stellt, die sonst keiner zu fragen wagt und sie mit Wahrheiten konfrontiert, die Dora bisher erfolgreich verdrängte. Sie beginnt sich zu öffnen und Vertrauen zu fassen. Da erfährt sie, daß Bernd im Krankenhaus liegt und sich mittlerweile die Anschuldigungen gegen Jola komplett zerschlagen haben. Als Dora Jola - die jetzt Pläne schmiedet weiterzuziehen - die befreiende Nachricht überbringen will, bringt sie es angesichts der Vorstellung, Jola schon wieder zu verlieren, nicht fertig. Schlimmer noch, sie belügt sie und erzählt ihr, es werde nach ihr gesucht. Doras Plan scheint aufzugehen. Als Jola allerdings herausfindet, daß Dora sie belügt, kommt es zu einem heftigen Streit, in dem Dora Jola am Ende die Wahrheit sagt. Um Jola, die daraufhin die Wohnung verlassen will, an der Flucht zu hindern, schließt Dora sie ein. Im Kampf um den Schlüssel schlägt Dora unglücklich auf einer Kante auf. Verletzt und erschöpft muß Dora nun verstehen, daß es Zeit ist, Jola freizugeben. Jolas Wohnung ist verlassen, niemand weiß, wo sie ist. Dora fährt wieder Pakete aus und trifft wieder ihren Nachbar Conny - trotzdem hat sie sich verändert. Eines Tages erhält sie eine Karte aus Holland- mit Jolas jetziger Adresse.

 

Die junge Regisseurin Franziska Meletzky, Jahrgang 1973, macht mit diesem Film ihr Diplom an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Drehbuchautorin Elke Rössler schlug ihrer Regie-Kollegin Franziska Meletzky zunächst ein Roadmovie mit zwei Frauen vor. Doch bald entwickelte sich die jetzige Geschichte, ein Kammerspiel, in dessen Zentrum die ungewöhnliche Beziehung zweier Frauen in den Vierzigern steht. Für Franziska Meletzky stand die Idealbesetzung für ihren Film von Anfang an fest: Dagmar Manzel, die polnische Schauspielerin Grazyna Szapolowska und Jörg Schüttauf.



Die Regisseurin:

Franziska Meletzky:

Geboren 1973 in Leipzig.
1993 - 1997: Studium der Germanistik, KMW, Anglistik in Leipzig.
seit 1997: Studium der Film- und Fernsehregie an der HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg.

 

Filmographie (Auswahl):

- Blind Date (Kurzfilm, 1996)
- filmverrückt (Dokumentarfilm, 1998)
- Mitgerissen (Kino-Trailer, 1998)
- Duft (Komödie, 1999, Verkauf an NBC und arte)
- Weg nach Weimar (Trailer, 1999, für 3sat)
- 39 ½ (Kurzspielfilm, 2000)
- Alles mit Besteck (Social-Spot, 2001)

 


Preise (Auswahl):

Theaterpreis der Stadt Oberhausen 1997 für "Die Eisprinzessin".

Jurypreis Shorts Welcome - das Filmfest im Internet, Mai 2001 und 2. Publikumspreis Filmfest Rottweil 2001 für "Duft".

Bär in Gold beim Filmfestival Ebensee, Österreich 2001, Spezialpreis "Beauty" beim Festival of Actual Kino, Novosibirsk, Russland 2001,
Jean-Thevenot-Medaille beim 17. - Euopäischen Filmfestival Alpinale, Österreich,
Václav Koubek Award of Love beim Filmfestival Brno, Tschechien, 2001 für 39 1/2.

Preis der Jury Festival Visionaria, Siena, Italien, 2001, 2. Preis 9th Int. Women's Filmfestival, Turin, Italien 2002, Hauptpreis "Goldene Gundula" Filmfest Rottweil, 2002, Honorable Mention Fiction & Best Photography Award III. UNICAJA Prize of Video Eurovideo, Malaga, Spanien, 2001 für "Alles mit Besteck".

 

Die Regisseurin über ihren Film:

"Ich glaube an die Liebe und ihre Möglichkeiten… aber wie sehen diese Möglichkeiten aus? Wenn ich von jemandem fasziniert bin, ihn vielleicht liebe, möchte ich denjenigen einfach halten. Wenn ich sage "Bleib" - werd' ich wahrscheinlich nicht gewinnen. Wenn ich sage "Geh" werd' ich verlieren. Schweigen ist die schlechteste aller Möglichkeiten. Damit beschäftigt sich auf tragische wie auch komische Weise mein Erstling Nachbarinnen."


Links

Linkliste auf filmz.de

Offizielle Website des Films

Pressemappe zum Film von Salzgeber (PDF)


Eure Kommentare zum Film:
post@rollenwechsel.net




JOLA (Grazyna Szapolowska) und DORA (Dagmar Manzel)


JOLA (Grazyna Szapolowska) und DORA (Dagmar Manzel)

 


CONNY (Jörg Schüttauf) und DORA (Dagmar Manzel)



JOLA (Grazyna Szapolowska)

 


JOLA (Grazyna Szapolowska) und DORA (Dagmar Manzel)

 


DORA (Dagmar Manzel)

 

CONNY (Jörg Schüttauf)      JOLA (Grazyna Szapolowska)


      DORA (Dagmar Manzel)