Cine k in der Kulturetage, Bahnhofstraße 11

Mittwoch bis Samstag, 14. bis 17. Dezember 2005 um 20.30 Uhr





RollenWechsels cineRosa präsentiert im Dezember eine abgedrehte Slapstick-Komödie:

Verschwörung im Berlin-Express

Regie: Peter Dalle
Schweden 2004, 100 min, schwed. OmU



Winter 1945.
In den USA dreht Bogart gerade "The Big Sleep" und das zerstörte Europa erlebt das erste kriegsfreie Weihnachten. Auf dem Stockholmer Hauptbahnhof sind allerlei Menschen dabei, den Nonstop-Express nach Berlin zu besteigen.
Der zynische Arzt Henry und seine Geliebte Marie treffen sich, um Henrys Ehefrau Karin für immer aus dem Weg zu schaffen. Gunnar, ein erfolgloser Schriftsteller und Wittgenstein-Verehrer, der sich seinen Lebensunterhalt als Lektor verdienen muss, reist nach Berlin, um dort am Aufbau eines neuen Europas mitzuhelfen. Seine Mitreisenden bekommen diesen Ehrgeiz zu spüren: Gewillt, Gutes zu tun, verstümmelt Gunnar nacheinander einen Kriegsveteranen in einer Reihe slapstickartiger Aufeinandertreffen, vergiftet versehentlich das schwule Pärchen aus seinem Abteil und dezimiert eine Gruppe baltischer Flüchtlinge. Natürlich bleibt auch das Mordkomplott nicht unberührt von Gunnars tollpatschigen Versuchen, Gutes zu tun. Am Ende entwickelt sich der tödliche Mordplan dann doch ganz anders als erwartet - Opfer wird jemand ganz anderes...

Regisseur Peter Dalle hat mit "Verschwörung im Berlin-Express" eine wunderbare Hommage an das klassische Kino der 40er Jahre geschaffen, eine cineastisch versierte Mixtur aus Hitchcock-Thriller, Film Noir und Slapstick- Comedy. Wie in den großen Vorbildern von "Shanghai Express" bis hin zu "Mord im Orient-Express" versammelt der Regisseur eine illustre Reisegesellschaft. Vom sinistren Arzt, der gemeinsam mit seiner Geliebten seine Frau umbringen will, über zwei Nonnen, die ihren Glauben verlieren bis hin zu einem skurrilen Schlafwagenschaffner geraten alle immer wieder zu ihren Glück oder Unglück an unseren Helden Gunnar. Und Gunnar erkennt, dass in Wittgensteins Leitmotiv "Nichts ist wie es scheint" eine tiefe Wahrheit verborgen liegt.

In der visuellen Umsetzung des Films hat sich Dalle vor allem von Hitchcock inspirieren lassen - die dramatische Kraft einer Zugreise, in der sich die Handlung und die Charaktere auf engstem Raum verdichten, ist ein klassisches Motiv und kommt den Grundlagen des Thrillers sehr entgegen. Der Einsatz von Musik und Geräuschen, ebenso wie das Miteinander von Kamerabewegung und Montage innerhalb permanenter Vorwärtsbewegung, geben einen reizvollen Rhythmus vor.


Der Regisseur:

Der 1956 in Schweden geborene Regisseur Peter Dalle machte sich in seiner Heimat zunächst als Darsteller durch Auftritte in diversen Fernsehserien einen Namen. Mit der Komödie "Dream-House" verwirklichte er 1993 seine erste filmische Regiearbeit. 1994 folgte "Yrrol" und 1997 "Unmarried Couples". Neben seinen Arbeiten als Autor und Regisseur war Dalle immer wieder auch als Darsteller zu sehen, zuletzt in "Bombay Dreams" (2004). Auch für das Theater schreibt, spielt und inszeniert Dalle immer wieder mit anhaltendem Erfolg.


Preise:

Nordische Filmtage Lübeck (2004):
Publikumspreis und NDR-Förderpreis


Verleih

Neue Visionen Filmverleih, Tel. 030-44008844,
Email: info@neuevisionen.de


Links

offizielle Website zum Film mit Trailer (deutsch)

pdf-Dokument des Verleihs mit weiteren Informationen (deutsch)

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