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Mittwoch 21.2.2007 bis Samstag 24.2.2007 um 20.30 Uhr      


RollenWechsel präsentiert im Februar:

Shortbus

Regie: John Cameron Mitchell
USA 2006, 102 min., OmU



Sophia (Sook-Yin Lee) hat ein Problem. Sie ist Sextherapeutin, hatte aber selbst noch nie einen Orgasmus. Jeden Tag sitzt sie ihren Klienten gegenüber und hört sich deren Bettgeschichten an, ohne irgendeine Ahnung zu haben, wovon sie überhaupt sprechen.

Sie spornt zwar zu Hause ihren Gatten zu wahrhaft akrobatischen Höchstleistungen an und probiert Stellungen, die nicht einmal im Kamasutra zu finden sind, doch will "es" ihr partout nicht kommen - bis Jamie (PJ De Boy) und Jamie (Paul Dawson) ihre Praxis betreten...

Das schwule Paar plant, seine langjährige Beziehung um mindestens einen Sexpartner zu erweitern und will sich dazu noch eine weitere Meinung bzw. auch ein OK von der Expertenseite einholen. Bei Sophia sind sie da natürlich an der falschen Adresse.

Sophia findet sich nach ihrem Outing als Höhepunktsuchende in einem mysteriösen Club wieder, der ihr von den beiden zur Therapie empfohlen worden ist. "Shortbus" heißt das kuriose Etablissement, in dem schlechte Folkgruppen auftreten und endlos Gertrude-Stein-Filme gezeigt werden, während im "Sex-statt-Bomben"-Zimmer bunt gemischte Paare (homo- oder heterosexuell) fröhlich kopulieren.

 

 

Hintergrundinfos:

Regisseur John Cameron Mitchell hat mit Shortbus beileibe keinen Skandalfilm oder Pornofilm mit Anspruch geschaffen.

Expliziter Sex dient eher als Metapher für ein aktuelles Gesellschaftsportrait junger New Yorker Stadtneurotiker. Sex ist für diese kleine, ausschweifende Gruppe im großen, puritanischen Amerika nach dem 11. September, nicht mehr als eine weitere Ausdrucksmöglichkeit, gleichberechtigt neben Fotografie oder Malerei. Denn im Grunde sind alle Figuren dieses Films, egal ob homo- oder heterosexuell, Transvestit, Bankangestellter oder Domina, auf der Suche nach sich selbst und der richtigen Art zu leben.

Erfrischend daran ist, dass Sex in dieser Komödie weniger als Problem, sondern als Lösung präsentiert wird.

Mitchell möchte mit der expliziten Darstellung von Sex nicht schockieren, sondern ist eigentlich nur konsequent: In einem Film über Sex sollte selbiger auch zu sehen sein.

 

 


Jamie und Jamie


Justin Bond in seinem Club "Shortbus"



Jamie und Ceth


Sophia im "Shortbus"

Severin und ein Sklave


Severin


Sophia


Sophia und Justin Bond




Sophia und Justin Bond


Leah, Sophia und Jamie

So verrenkt sich einer der Jamies beim Yoga derart, dass er sich selbst einen Blowjob verpassen kann.

Beim Liebesspiel der beiden Jamies mit dem schönen Ceth wird ein erigierter Penis als Mikrofonständer benutzt um „The Star Spangled Banner“, die Nationalhymne, zu singen. Und ein Kunde der Domina und Shortbus-Besucherin Severin (Lindsay Beamish) fügt einer Leinwand in Jackson-Pollock-Manier mit seinem Ejakulat einen weiteren Farbklecks hinzu.

In den USA ist der Begriff "Shortbus" jedem Schulkind bekannt. "Normale" Kinder nehmen den normalen (langen) Schulbus, Kinder, die in irgendeiner Art und Weise behindert sind oder spezielle Bedürfnisse haben, nehmen den Shortbus.

Nach „Hard Candy“ und „Brick“ ist „Shortbus“ der dritte Film des neuen „Autobahn“-Labels, mit dem Senator-Film kontrovers diskutierbares Kino in Deutschland etablieren will.

Während des Castings der Darsteller wurde jeder Bewerber aufgefordert ein 10-Minuten-Video von sich selbst abzugeben, in dem er/sie eine wichtige sexuelle Erfahrung beschreibt. - Der Produzent des Films erhielt insgesamt 500 Videos.

Damit sich die vielen Statisten in den Gruppensexszenen wohlfühlten, waren bei den Aufnahmen auch die Kameramänner und der Regisseur nackt.

 

„It’s just like the sexties except with less hope“ - Justin Bond im Film

 

Der Regisseur:

John Cameron Mitchell:

1963 geboren, arbeitete er in den 1980er Jahren als Theaterschauspieler und -regisseur in New York und wirkte in den 1990er Jahren bei einigen Broadwaymusicals und deren Verfilmungen mit. Ab 2000 folgten Produktionen von Musikvideos (u.a. für die Scissor Sisters) und Spielfilme.

 

Filmographie (Auszug):

Fabulous! The Story of Queer Cinema (2006, als Schauspieler)
Tarnation (2003)
Hedwig and the Angry Inch (2001)

 

Kritiken:

„Zweifellos der sexuell eindeutigste Spielfilm außerhalb des Pornos"- Variety

„Ein leichtfüßig zwischen Drama und Komödie tänzelnder Film“ - Der Tagesspiegel

„Zwar zeigt Regisseur Mitchel in seinem Film echten Sex. Aber Schmuddelkino ist das noch lange nicht, sondern etwas völlig Neues im Mainstream-Kino. Weil der Film sowohl explizit als auch optimistisch ist.“
Süddeutsche Zeitung

 

Nominierungen:

als bestes Filmensemble für den Gotham Award
John Cameron Mitchell als bester Produzent für den    Independent Spirit Award

 

Links:

Kritik zum Film auf filmstarts.de

Trailer zum Film

Offizielle Webseite des Films

Weitere Links auf filmz.de