Cine K in der Kulturetage, Bahnhofstr. 11, Oldenburg
                 

Mo. 7.2.2011 um 20:00 Uhr

RollenWechsel präsentiert Februar einen Publikumsliebling der internationalen Filmfestspiele Berlin 2010

Shahada
Regie:Burhan Qurbani

Deutschland 2010, 92 Min.


Inhalt:

Shahada erzählt die Geschichte von drei jungen Muslimen in Deutschland, deren bisherige Werte und deren Glaube durch persönliche Krisen ins Wanken geraten sind. Ihre Wege kreuzen sich in Berlin, in der Moschee von Vedat (Vedat Erincin), einem aufgeklärten Berliner Geistlichen.

Vedats Tochter ist Maryam (Maryam Zaree), ein lebenslustiges und sehr westlich orientiertes Mädchen. Wegen ihrer freizügigen Art kommt es oft zu Auseinandersetzungen mit ihrem allein- erziehenden Vater, der sich um den Lebenswandel der Neunzehnjährigen große Sorgen macht. Nicht ganz zu Unrecht, denn Maryam ist ungewollt schwanger.

Der Nigerianer Samir (Jeremias Acheampong) besucht gemeinsam mit seinem besten Freund Daniel (Sergej Moya), einem Deutschen, den Koranunterricht in Vedats Moschee. Schnell wird klar, dass Daniel in Samir mehr sieht als nur einen Freund - und dass seine Gefühle von Samir erwidert werden. Die beiden jungen Männer kommen sich langsam näher - und für Samir, den streng gläubigen Muslim, steht plötzlich sehr viel auf dem Spiel ...

Ismail (Carlo Ljubek), ein türkischstämmiger Polizist und Familienvater, scheint in der Mitte der deutschen Gesellschaft angekommen zu sein. Doch dann steht er eines Tages bei einer Razzia der Bosnierin Leyla (Marija Škaricic) gegenüber - der Frau, die vor drei Jahren von einem Querschläger aus seiner Waffe lebensgefährlich verletzt wurde. Ismails heile Welt gerät durch dieses Wiedersehen völlig aus den Fugen.

SHAHADA ist ein Film über deutsche Moslems, die in einer immer noch fremden Heimat ihren Lebensweg suchen. Der Titel bezieht sich auf die erste Säule des Islam - das Glaubensbekenntnis. Shahada ist die Entscheidung für einen Weg. Die Hauptfiguren des Films ringen, jeder auf seine Art, mit der Suche nach dem richtigen Weg. Sie müssen sich entscheiden, woran sie glauben, wen sie lieben und wer sie letztlich sind. Regie-Entdeckung und Drehbuchautor Burhan Qurbani überraschte bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin mit einem starken, emotionalen Wettbewerbsbeitrag, für den er vom Festival-Publikum mit viel Beifall belohnt wurde.


Kritik:

"Schuldbewusstsein als Lebensmaxime. Die Individuen kämpfen in extremen Situationen mit ihren Dämonen und gesellschaftlichem Druck in der kleinen Gemeinde. In den Zwängen eines Glaubens gefangen, der ihre Freiheit einschränkt, akzeptieren sie klaglos ihr Schicksal, sind Opfer der Umstände. Fast mantramäßig heißt es immer wieder "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet", eine wirkliche Reflektion über Machtmechanismen der Religion bleibt aber aus. Die Episoden des in Kapitel aufgeteilten Dramas sind gekonnt verknüpft, nach einem furiosen Beginn flacht der Handlungsbogen allerdings etwas ab, die Psychologie der Figuren erschließt sich nicht, manchmal gehen guter Wille, Klischee und Gutmenschentum eine nicht unbedingt gelungene Symbiose ein, dann wieder überraschen treffsichere Dialoge und intensive Momente bei dieser diffizilen Suche gepeinigter Seelen nach Identität. Nach diesem Plädoyer für Toleranz kann man von dem erst 29-jährigen Regisseur sicherlich noch einiges erwarten.
kino.de



Termin:

Montag, 7.2.11 um 20:00 Uhr



Links:

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Eintrittspreise und Reservierungen:

Eintritt (nur AK): 6 €.
4er-Karte (übertragbar) 20 €. Mit Cine-Karte: jeweils 2 € ermäßigt.
Bei Überlänge + 1 €.
Reservierung 0441-2489646 oder unter www.cine-k.de