Cine k in der Kulturetage, Bahnhofstraße 11                            Kartenreservierungen                            


Dienstag 25.3.2008 bis Freitag 28.3.2008 um 20.30 Uhr      


RollenWechsel präsentiert das Debüt eines jungen australischen Regisseurs

Tan Lines

Regie: Ed Aldridge
Australien 2006, 96 min., OmU


Midget Hollows lebt in einer kleinen Küstenstadt in den Außenbezirken Sydneys und vertreibt sich die Zeit am liebsten mit Surfen und Skaten. Mit 17 wohnt er noch bei seiner Mutter und jobbt für die wunderliche Mrs McQuillan oder hängt mit seinem Kumpel Dan ab. Als dessen offen schwuler Bruder Cass aus Europa für einen Kurzbesuch auftaucht, verliebt er sich in Cass - ein echtes Problem im Kreis männlicher Surfer. Cass hat jedoch eine Affäre mit einem Lehrer, während Midget von der aufdringlichen Alice bezüglich seiner geschlechtlichen Vorlieben auf die Probe gestellt wird ...

 

Der Regisseur:


Ed Aldrige (genannt: ED)

ED studierte Filmproduktion an der University Of Westminster, London und machte in diesem Fach seinen Abschluss. Danach verfaßte er Drehbücher für das englische Fernsehen und für Werbespots.

ED hat über fünfzehn Kurzfilme geschrieben und gedreht, experimentelle wie Komödien. Sein nicht-narrativer Film "Astroboy's Fear Of Gravity" gewann einen Preis beim Surry Hills Film Festival.

Tan Lines ist EDs erster Spielfilm.

 

Der Autor ED über seinen Film:

"Ich saß in meinem kleinen Zimmer in Redfern, da, wo Sydney nicht so teuer ist, und entwickelte ein Drehbuch mit dem Titel "Tan Lines". Ich bin Surfer und ich bin schwul, aber ich wollte keinen schwulen "Surf-Film" machen, sondern einen Film über einen Teenager, der feststellt, daß seine Sexualität nicht so ist, wie sie in Surferkreisen verlangt wird - und über die Probleme, die dadurch entstehen.
Ein Film über Teenager-Sexualität sollte es werden, der das Lüsterne vermeidet, das Filme von Larry Clark oder Bertolucci in sich haben. Dabei hat mir vielleicht geholfen, daß ich selber noch keine 30 bin. Das ging drei Jahre so, ich kam nicht vom Fleck, flüchtete mich in Gelegenheitsjobs und drehte Kurzfilme, bis ich mich mit einem Bekannten unterhielt. Und er sagte: "Mit dem Equipment, das es heutzutage gibt, kannst Du einen Spielfilm zu den Kosten eines Kurzfilms drehen. Und einen Spielfilm kannst Du auch verkaufen, denn wer schaut sich schon Kurzfilme an."
Was ich da noch nicht wußte: die Energie, die man für einen Spielfilm braucht, die kann man nicht kaufen. So brachte mich "Tan Lines" an den Rand der Verzweiflung…".

Fürs Casting sprachen wir Gruppen junger Surfer und Skater in der Öffentlichkeit an. Wir schickten einen weiblichen Lockvogel aus, Lorena. Erst wenn die Jungen sich für sie interessierten, erklärten wir, daß es eigentlich um einen schwulen Stoff gehe.

So fanden wir unsere Hauptdarsteller. Sie hatten keinerlei schauspielerische Erfahrung, aber sind jung, wirken natürlich, und sie sind natürlich exhibitionistisch. Das macht sie zu idealen Darstellern, zumal sie keine Probleme hatten, schwule Charaktere darzustellen.

Die Drehzeit war sehr kurz, und vor allem die Drehvorbereitungen. Die dauerten nur eine Woche. Wir mussten sehr viel improvisieren, nicht selten wussten wir am Tag vorher noch nicht, in welchen Locations wir am nächsten Tag drehen sollten. Der Produktionsleiter Michael Stieders ging während des Drehs auf Location-Suche, machte ein paar Fotos, und am nächsten Tag filmten wir bereits dort.
Wir drehten den Film in der Gegend von Sydney, in Bondi (wo ich und ein Großteil des Teams zu dieser Zeit wohnten) und in Vororten an der nördlichen Seite der Botany Bay.

Wir hatten kein Budget und drehten folglich ohne Genehmigungen, in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden. Es hat funktioniert, ohne größeren Stress, den machte allein das Wetter.
Die einzigen Probleme gab es bei den Umkleideräumen. Die waren neben einer Rettungsstation, und wir wurden mehrmals hinauskomplimentiert. Ich mußte mehrere Sequenzen stark einkürzen. Wir schlichen uns noch einmal hinein und drehten die Szene, in der der nackte Mr McKinzie verprügelt wird. Der Darsteller Christian Willis wundert sich noch heute, dass ausgerechnet da niemand gestört hat.


Kritik:

In seinem mit surrealen Szenen gespickten Debüt gelingt Regisseur Ed Aldridge die intime und authentische Momentaufnahme eines Jugendlichen auf Identitätssuche.
(Cinema)

 

Links:

Offizielle Internetseite des Films (englisch)

Trailer des Films auf YouTube (englisch)

Linkliste von filmz.de

Seite des Filmverleihs GM-Films



Midget Hollows


Dan und Cass


Midgets Clique


Cass und Midget


Midget in Cass' Zimmer


Cass und Alice


Midget am Strand