Cine k in der Kulturetage, Bahnhofstraße 11                            Kartenreservierungen                            

Mittwoch 28.5.2008 bis Samstag 31.5.2008 um 20.30 Uhr      

RollenWechsel präsentiert:

Hab mich lieb!

Regie: Sylke Enders
D 2004, 102 min., DF


Gleich und gleich gesellt sich gern, heißt es- aber auch: Gegensätze ziehen sich an. Nicht ohne Grund ist die offenherzige transsexuelle Christel die einzige Freundin der kratzbürstigen Kalli. Beide haben sich im Altenheim kennen gelernt, in dem Kalli, als Vorbereitung auf das Medizinstudium, jobbt und Christel für die Alten Musik zum Tanztee auflegt.In ihrer eingespielten Freundschaft hat jeder seinen Part: Kalli gibt und fühlt sich mit ihren anscheinend so festen Standpunkten und Vorstellungen im Leben Christel überlegen, deren Freimütigkeit und Arglosigkeit sie belächelt und häufig belehrt.
Doch Christel nimmt dies nur scheinbar hin. Die „Freundschaft“ gerät auseinander zu brechen, als in der Silvesternacht nicht nur ein neues Jahr, sondern auch der wortkarge Norman in das Leben der beiden tritt. Für
Christel, die nur noch Augen für Norman hat, ist dieser Jahresbeginn ein voller Erfolg und eine neue Herausforderung. Sie verwirft die gut gemeinten Warnungen ihrer Freundin und fährt mit all ihrem
Charme auf – und wird zurückgewiesen. Doch wie ein Steh-auf-Männchen lässt sich Christel von den Rückschlägen in ihrem Leben nicht abschrecken.
Beharrlich sucht sie weiter ihr Glück und lässt sich von Kalli nichts mehr einreden...vor allem von einer Kalli, die ihr ihre anbahnende Beziehung zu Norman verheimlicht hat. Als Christel für eine neue Liebe alles stehen und
liegen lässt und einen Weg ohne die Freundin einschlägt, sieht Kalli, dass sie mit ihrer schroffen, überheblichen Haltung nicht weiterkommt, dass sie dadurch die Menschen, die ihr was bedeuten abschreckt und verliert.

 

Über die Geschichte:

Mit einem stark authentischen Hintergrund schildert „Hab mich lieb!“ eine Episode aus dem Leben einer der Jugend gerade entwachsenen Generation. Die Geschichte entsteht unter der aufmerksamen Betrachtung der Freundschaft zwischen den zwei Protagonisten Kalli und Christel. Niederlagen und Triumphe bestimmen ihre wechselnden Positionen in den Statuskämpfen, denen sie sich gegenseitig aussetzen. In dem Sinne spielen Kalli und Christel Freundschaft, wobei Kalli glaubt, ihrer transsexuellen Freundin Christel überlegen zu sein, was diese nur scheinbar hinnimmt. Es liegt Christel nicht, ihre Ansichten gegenüber anderen durchzusetzen. Es genügt ihr, überhaupt „eigene“ zu haben. Aufgrund ihrer
vielfältigen Erfahrungen sieht sie ihre gewonnenen Ansichten als änderbar an, für sie gibt es nicht die „eine Wahrheit“. Anders Kalli, die nach außen vorgibt, über gefestigte, lebensnotwendige Ansichten zu verfügen.
Im Inneren aber rumoren die Ängste, die Kalli, in Manier ihrer Mutter, am besten loszuwerden sucht, indem sie diese anderen suggeriert. Nicht selten wird Kalli durch ihre ungeschickte „Überheblichkeit“ zu unangebrachten, wenn auch gut gemeinten Ratschlägen verleitet, die eher belehrend wirken, als den genügsamen Anspruch, sich ihrer Umwelt mitzuteilen, erfüllen. Durch den Lauf der Geschichte sieht sich Christel gezwungen, immer mehr gegen Kalli zu rebellieren, zunächst ironisch, am Ende jedoch bitterernst. Die Figuren bewahren Lebendigkeit und Sympathie nicht zuletzt durch die Kraft von Ironie und Sarkasmus, die neben dem Unterhaltsamkeitswert es vermögen, die Subtilität der Gefühle in ihrer Widersprüchlichkeit, Verleugnung und Verbergung
zu offenbaren.

„Hab mich lieb!“ führt nicht zu einer Moralität. Die Geschichte gibt einen
episodischen Einblick in die Intimität eines Alltagsphänomens, mit dem wir im
Leben generationsübergreifend konfrontiert werden und uns wieder erkennen
können.

(Quelle: Alfredfilms)

 

Link:

Offizielle Internetseite des Films