8. Oldenburger Filmtage 2001 - RollenWechsels Beiträge

Was lief denn dort so?


Samstag 28.04.2001, 20.00 Uhr, PFL


Vorfilm: Nachbarn
(Deutschland 1999, 15 min, 35mm, R.: Carsten Strauch)

Mitten in den 90er Jahren: Vampire gehören mittlerweile zum Stadtbild. Wegen ihres exzentrischen Lebensstils sind sie allerdings immer noch massiven Vorurteilen ausgesetzt. Als ein Mops verschwindet, erklären die spießbürgerlichen Nachbarn den dekadenten Saugern den Krieg...
Ein amüsant-schräger Kurzfilm, der eine Form des "Andersseins" thematisiert.



Ausgemustert

(O.: Les Déclasses, Frankreich/Deutschland 1999, 117 min, 35mm, franz. O. m. dt. Untert. R.: Tony Baillargeat)

Im Mittelpunkt des Films steht der schwule Mörder und Gangster "Le Normand", der seine Opfer wie Liebhaber verführt, indem er Gedichte Rimbauds und Baudelaires zitiert. Auf die Frage eines Opfers, ob er es töten wolle, antwortet er mit einem Hammer fuchtelnd nur "Ich weiß es nicht, ich werde dich damit schlagen, und dann sehen, ob du stirbst".
In den Bannkreis des Normannen geraten Gelegenheitsstricher Sergio und seine Freunde, die Brüder Nico und Eric, die am eigenen Leib erfahren, was Verrat und Untreue in diesem Milieu zur Folge haben. Makabrer Humor durchzieht den Film, der allerdings harte Kost darstellt. Zwar werden die Opfer stets im Off getötet, doch ist die Darstellung des Todes auch gar nicht notwendig, um die Brutalität des Milieus vor Augen zu führen.
Aus einem lakonischen Gangsterfilm über Männerbünde, Bandenkriege und Gewalt wird eine Krimi-Elegie über einsame und eiskalte Killer zwischen Depression und Heimtücke.

"Ein Totentanz, der das Publikum sicherlich polarisiert, aber auch zu Tränen rühren kann." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG



Bound Sonntag, 29.04.2001, Fabrik Rosenstraße, 16.00 Uhr

Bound

(USA 1996, 108 min, 35 mm, Drehbuch und Regie: Andy & Larry Wachowski)

Im Aufzug eines Chicagoer Appartementhauses treffen sich Violet (JENNIFER TILLY), die laszive Geliebte eines Mafiakillers und Corky (GINA GERSHON), die Hausmeisterin, zum ersten Mal. Zwischen den beiden funkt es auf Anhieb. Sie beschließen, gemeinsam abzuhauen und nutzen die einmalige Chance, zwei Millionen Dollar von der Mafia zu klauen. Doch sie haben die Rechnung ohne ihren kaltblütigen Gegenspieler gemacht.
Mit nur wenigen Gewaltszenen aber dafür umso mehr Thrill versetzen uns die Wachowski-Brüder in höchste Anspannung. Eine Menge weiblicher Erotik rundet ihr Film-Debüt ab.

chris